Erste Stolpersteine für als „asozial“ Verfolgte in Berlin

Morgen, am 21.04. werden am Alexanderplatz Stolpersteine für fünf wohnungslose Männer verlegt, die im NS als „Asoziale“ stigmatisiert und verfolgt wurden. Von 6600 in Berlin verlegten Stolpersteinen sind dies die ersten für Menschen dieser Verfolgtengruppe.

Pressemitteilung der Stolperstein-Verlegung in Berlin.

An den Stolpersteinen als Form des Gedenkens gibt es auch zahlreiche Kritikpunkte. Zum einen die Reduktion der Menschen auf Daten ihrer Verfolgungsgeschichte. Teilweise gibt es deshalb inzwischen Veröffentlichungen von zugehörigen Kurz-Biographien, die online abrufbar und nachzulesen sind. Zum Anderen gab es auch z.B. in Hamburg eine heftige Debatte um die Reproduktion von Täter_innen-Sprache auf den Stolpersteinen. Begriffe wie „Gewohnheitsverbrecherin“ oder „Rassenschande“ auf den Steinen, also die Haftgründe auf Basis der NS-Ideologie, stigmatisierten die Betroffenen erneut.
Anne Allex und Liane Lieske vom AK Marginalisierte haben gerade einen Offenen Brief zum Thema an den Künstler und Stolperstein-Erfinder Gunter Demnig veröffentlicht:
http://www.marginalisierte.de/index.php/home

Zeitungsartikel zum Thema:

Petra Schellen: Über Sprache stolpern, vom 20.10.2014, online-Auftritt der taz.

Daniel Killy: Stolpersteine als Stolperfalle, vom 30.10.2014, online-Auftritt der Jüdischen Allgemeinen.

Philipp Woldin: Gravierender Vorwurf, vom 27.11.2014, online-Auftritt der ZEIT.

Wie die konkrete Gestaltung der neuen Steine in Berlin aussieht, bleibt in den Pressemitteilungen unklar. Bisher lassen sich nicht mal die Namen derer finden, denen da gedacht werden soll.

Advertisements

Lesung zum Jugendkonzentrationslager und späteren Vernichtungsort Uckermark

Wir weisen hiermit auf eine Veranstaltung der Initiative für einen Gedenkort Uckermark hin:

Sie wollen dich brechen, deine Selbstachtung vernichten.
Stanka Krajnc Simonetti

Seit 2010 gibt es eine Ausstellung zum Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen und Späteren Vernichtungsort Uckermark, erstellt von der Hamburger Gruppe der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark. Zu dieser Ausstellung gibt es nun eine begleitende Textsammlung. Diese liefert Hintergrundinformationen zur Ausstellung und hat folgende Schwerpunkte: Staatliche Fürsorge, Jugend im Nationalsozialismus und Kontinuitäten nach 1945.

Das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen in der Uckermark wurde im Frühjahr 1942 von Häftlingen des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück errichtet. 1945 zählte das Lager ca. 1000 Mädchen und junge Frauen. Ein Erlass von 1937 über die „vorbeugende Verbrechensbekämpfung“ hatte die Inhaftierung von als „asozial“ kriminalisierten Mädchen möglich gemacht.

Im Januar 1945 wurde auf dem Gelände ein Vernichtungslager für Häftlinge aus Ravensbrück und anderen Konzentrationslagern gebaut. Bis April 1945 wurden dort ca. 5000 Frauen umgebracht.

Bis heute ist wenig über die Geschichte dieses Konzentrationslagers bekannt. Die dort Inhaftierten zählten lange Zeit zu den „vergessenen Verfolgten“ des Nationalsozialismus und haben keine öffentliche Anerkennung erfahren.

Flyer zur Veranstaltung

www.gedenkort-kz-uckermark.de


Mittwoch 20. April 2016
Beginn: 20 Uhr
Einlass: 19:45 Uhr
Buchhandlung im Schanzenviertel
Schulterblatt 55
Eintritt: 3,- Euro

Soliparty

Da die Veranstaltungsreihe Geld gekostet hat, werden wir einige Soliaktionen durchführen. Unter anderem koopieren wir mit einer Party, die am 22. April im Waagenbau stattfindet, siehe hier: https://www.facebook.com/events/1735377463413977/

So gehen alle Gewinne dieser Party an den AK Kritische Asozialität, der von April bis Juni 2016 die Veranstaltungsreihe „Vom Sozialschmarotzer zum Gossenboss. Asozialität als Konstrukt, Verfolgungsgrund und Hype“ in Hamburg organisiert.paulakrawallunddiebe_vorschau

KRAWALL UND DIEBE

Paulas Geburtstagsrave.
Diesmal ausschließlich Frauen* hinterm DJ Pult.
Alle sind willkommen, außer Nazis und Sexisten.
An den Bierpreisen wird geschraubt, der Pfeffi kalt gestellt und Visuals an die Wand geworfen.

Großer Floor:
Ira & I (Subspace)
Melbo
Nicole Hohmann (Villa Nova)
Redlips (AYCD/LikeBirdz)

Kleiner Floor:
Bandulera (Hoch10/Funkykartell)
Pop á la Pop (Welt*Raum/SKF)
SoSo&ReRe (Moloch)

Visuals: Chuchu
Layout und Deko: Kid Overhead

Eintritt 7,- Euro